Sozialdiakonische Projekte an der AHFS

„Verantwortung übernehmen – sich engagieren“: Wie diese Aussage unseres Leitbilds in die Praxis umgesetzt werden kann, machten drei sozialdiakonische Projekte deutlich, an denen sich unsere Schüler/-innen in den letzten Monaten beteiligten. Die einen packten Schulranzen für Kinder in Asien und Osteuropa, die anderen nähten Mäppchen für Bedürftige, wieder andere leisteten unentgeltliche Renovierungs- und Gartenarbeit. Im Folgenden mehr dazu.

Schulranzenaktion der Klassen 4

Ein alter Ranzen steht schon auf dem Dachboden, und nun wird beim Wechsel des Kindes zur weiterführenden Schule ein neuer fällig – doch wohin mit dem alten? Die christliche Hilfsorganisation GAiN (Global Aid Network) sammelt gebrauchte Schultaschen ein und stattet benachteiligte Kinder in verschiedenen armen Ländern mit einem gefüllten Ranzen aus, um den Schulbesuch zu ermöglichen. In Indien, dem Irak, Lettland, Tadschikistan oder der Ukraine werden von GAiN-Mitarbeitern oder zuverlässigen Partnerorganisationen die Ranzen verteilt, um die Schulbildung und somit die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Im Rahmen einer Sonderaktion waren Gießener Schulkinder eingeladen, auf dem Gelände der Landesgartenschau selbst mit Hand anzulegen und Ranzen für fremde „Kollegen“, also für Kinder in anderen Ländern, zu packen. Die ehemaligen Klassen 4a und 4b der AHFS kamen gerne, um Gutes zu tun und von ihrer Ausstattung wegzugeben, was nicht oder nicht mehr gebraucht wird. Die Mitarbeiter von GAiN hatten eine Art Packstraße aufgebaut, sodass jedes Kind mit einem zu füllenden Ranzen von Karton zu Karton gehen und nacheinander die vorgesehene Grundausstattung für einen anderen Schüler einräumen konnte. Dank der guten Vorbereitung wussten die AHFS-Kinder jeweils, ob sie für ein Mädchen oder einen Jungen tätig waren, und anschließend vervollständigten sie die Schultasche noch mit einer kleinen Überraschung wie einem Plüschtier oder einer Zahnbürste und einem angehängten Zettel. So kann das empfangende Kind durch ein selbstgemaltes Bild und einen dazugeschriebenen Gruß sehen, wer da im fernen Deutschland diesen Ranzen gepackt hat.

Die Viertklässler/-innen und ihre Lehrerinnen Andrea Bredemeyer und Romina Mallwitz konnten anschließend stolz sein, insgesamt 60 Ranzen gefüllt zu haben. Der persönliche Aspekt aber, nämlich dass sie sich in Gedanken einem hilfsbedürftigen Kind in einem anderen Land verbunden fühlten, schien für viele das Wichtigste und Schönste an der ganzen Aktion zu sein. So meint die zehnjährige Lorenza: „Mir tun die Kinder leid, die in Steinbrüchen arbeiten müssen. Allerdings: mein altes Mäppchen wegzugeben war schwer.“ Trotzdem hat ihr, wie auch vielen andern Kindern, das Ranzenpacken gut gefallen, zumal Anne-Katrin Lossnitzer von GAiN noch kindgemäß über die Situation von armen Kindern in den Empfängerländern informierte und so Mitgefühl und Verständnis für die notleidenden Schüler/-innen weckte.

Natürlich gab es auch noch Zeit, auf dem außergewöhnlichen Spielplatz der LGS zu entspannen, bevor die Kinder erfüllt den Heimweg antraten.

Mäppchennähen am Projekttag

Ein schönes Mäppchen macht mehr Lust, sich an die Schularbeiten zu setzen. So zumindest dachte es sich Handarbeitslehrerin Constanze Steinmüller, als sie anlässlich der Projekttage vor den Sommerferien dazu aufrief, unter ihrer Anleitung Mäppchen und Stifterollen zu nähen. Zehn Mädchen begeisterten sich für die Idee, allerdings wussten sie eines im Voraus: Die Mäppchen waren nicht für sie selbst gedacht, sondern für Kinder in anderen Ländern, denen zum Schulbesuch oft das Nötigste fehlt. Die Organisation GAiN sollte die Ergebnisse eines arbeitsreichen Tages weiterleiten.

Und so trafen sich drei der Schülerinnen, Anna Rühl, Lena Korff und Louisa Jung, samt ihrer Lehrerin mit Silvia Huth von GAiN. Huth war begeistert von den schönen und praktischen Stiftebehältnissen und ließ sich noch einmal kurz erzählen, wie es zu dieser Aktion gekommen war. Im Vorfeld der AHFS-Projekttage waren an der Schule schöne Stoffreste gesammelt worden, Steinmüller steuerte die nötigen Reißverschlüsse bei und so konnte im mit Nähmaschinen ausgestatteten Handarbeitsraum der Schule die Arbeit beginnen. Obwohl etliche der Mädchen im Umgang mit der Maschine noch eher unerfahren waren, kamen sie unter Steinmüllers fachkundiger Anleitung so gut voran, dass bis zum Ende des Schultages 22 Stifterollen oder Schlampermäppchen entstanden waren. Die Schülerinnen aus den Klassen 7 bis 11 hatten auch schon etliche Stifte mitgebracht, fertig gefüllt wurde dann durch eine Spende aus dem Lehrerkollegium.

Die nächsten Hilfstransporte, so Huth, werden in die Länder Armenien, Ukraine, Irak und Lettland gehen, wo das zum Schulbesuch hilfreiche Material an benachteiligte Kinder weitergegeben wird und – so war die Betreuerin für ehrenamtliche Mitarbeiter sich sicher – garantiert für viel Freude unter Schülerinnen und Schülern sorgen wird.

Arbeitseinsatz der Klassen 11

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Schülerinnen und Schüler der AHFS durften diese alte Weisheit konkret in die Tat umsetzen. In der Jahrgangsstufe 11 absolvierten sie ein 14-tägiges Betriebspraktikum oder nahmen an einem Arbeitseinsatz teil. 10 Schüler/-innen engagierten sich im „Christlichen Gästezentrum Westerwald“ in Rehe. Vom 22. September bis 2. Oktober 2014 unterstützten sie die dortige Einrichtung, indem sie motiviert und mit vollem Einsatz verschiedenste Aufgaben auf dem Gelände und in den Häusern übernahmen.

Es wurden Wände gestrichen, Tapeten abgekratzt, Heizkörper geputzt und Zimmer grundgereinigt. Bei guten Wetter standen die Außenarbeiten an: Unkraut musste gezupft und Parkplatzränder mit Hilfe des Abflammgeräts gesäubert werden. Außenwände erstrahlten in frischem Weiß und Haussockel in kräftigem Braun. Auch Erdarbeiten wurden durchgeführt: Gräben für Drainagerohre gegraben, Pflastersteine aufgenommen und neu verlegt, ein Spielplatzsandkasten bekam eine neue Holzumrandung. Und immer, wenn technisches Gerät zum Einsatz kam, durfte die Mittagspause auch etwas warten.

Auch wenn die körperliche Arbeit ungewohnt war, sah man den Schülern/-innen die Freude an dem sinnvollen Einsatz an. Hier hatte man am Abend vor Augen, was am Tag geschafft worden war. Der kleine Trupp der Klassen 11a/b genoss diese außerschulische Zeit, die nicht ohne Spuren im Miteinander des Schulalltags bleiben wird. Und wer schon einmal unter Anleitung ein Zimmer gestrichen hat, wird bei der Renovierung der eigenen vier Wände, vielleicht bei der ersten Studentenbude, auch selbst Hand anlegen können.

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